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Tag 2:
Von Hoorn nach Stavoren

 

Ein gemeinsamer Gottesdienst, herzliche Gastfreundschaft und eine sportliche Segeletappe prägten den zweiten Tag des 19. NAK-Segeltörns. Kräftiger Wind sorgte auf dem IJsselmeer für ordentlich Tempo, bevor die Iselmar am Abend Stavoren erreichte.

Nach einem gemeinsamen Frühstück machte sich die Besatzung am Sonntagmorgen zu Fuß auf den rund 40-minütigen Weg zur apostolischen Gemeinde in Hoorn. Dort wurden die Jugendlichen bereits herzlich empfangen. Den Gottesdienst hielt ein niederländischer Priester zunächst in seiner Muttersprache. Für die Gäste aus Deutschland folgte anschließend eine ausführliche Zusammenfassung auf Deutsch, sodass alle die zentralen Gedanken der Predigt mitnehmen konnten. Passend dazu bereicherte der Jugendchor den Gottesdienst spontan mit einem deutschen Chorlied und sorgte so für einen besonderen musikalischen Akzent.

Vertrauen auf Gottes Fürsorge

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Bitte aus dem Vaterunser: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ (Matthäus 6,11). Der Priester machte deutlich, dass mit dem Brot weit mehr gemeint ist als Nahrung. Es steht für alles, was der Mensch zum Leben benötigt – materiell ebenso wie geistlich. Die Jugendlichen ermutigte er, ihre Zukunft nicht von Sorgen bestimmen zu lassen, sondern auf Gottes tägliche Fürsorge zu vertrauen.

Besondere Aufmerksamkeit richtete der Priester auf das kleine Wort „unser“. Gottes Versorgung gelte nicht nur dem Einzelnen, sondern der ganzen Gemeinschaft. Wer selbst beschenkt werde, trage auch Verantwortung für andere. Die Bitte um das tägliche Brot sei deshalb zugleich eine Einladung zu Dankbarkeit, zum Teilen und zu einem achtsamen Blick auf den Nächsten.

Zu Gast in Hoorn

Im Anschluss lud die Gemeinde die Gäste – wie in vielen niederländischen Gemeinden üblich – zu Kaffee und Gebäck ein. In entspannter Atmosphäre entstanden zahlreiche Gespräche und neue Begegnungen über Sprachgrenzen hinweg.

Gegen 13 Uhr wurden die Leinen losgeworfen und die Iselmar verließ den Hafen von Hoorn. Zunächst führte der Kurs über das Markermeer nach Norden. Nach der Schleusendurchfahrt bei Enkhuizen ging es hinaus auf das offene IJsselmeer mit Kurs auf Stavoren.

Sportliche Etappe auf dem IJsselmeer

Hinter dem schützenden Festland zeigte sich das IJsselmeer von seiner sportlichen Seite. Kräftiger Wind und hoher Seegang verlangten der Crew einiges ab. Skipper Koen hatte bereits im Vorfeld die richtige Entscheidung getroffen und Groß- sowie Focksegel gerefft. So blieb die Iselmar jederzeit gut zu steuern und glitt mit bis zu neun Knoten über die Wellen.

Einige mutige Segler übernahmen Arbeiten am Bug und mussten dabei immer wieder kräftige Wasserduschen über sich ergehen lassen. Die meisten genossen das lebhafte Segeln lieber an Deck, wo Wind, Wellen und Geschwindigkeit besonders eindrucksvoll zu erleben waren. Gegen 19 Uhr lief die Iselmar schließlich sicher in den Hafen von Stavoren ein.

"Fünf Jahreszeiten"

Den krönenden Abschluss des Tages zauberte die Kochgruppe mit einem außergewöhnlichen vegetarischen Fünf-Gänge-Menü unter dem Motto „Eine Reise durch die Jahreszeiten“. Der Frühling eröffnete den Abend mit einer samtigen Erbsen-Minz-Suppe, gefolgt vom Frühsommer in Form von Mango und Mozzarella.

Der Spätsommer überzeugte mit einem frischen Karotten-Apfel-Salat an Zitronenvinaigrette, bevor der Herbst ein aromatisches Gemüsecurry mit Basmatireis auf den Tisch brachte. Den winterlichen Abschluss bildete eine cremige Joghurt-Frischkäse-Creme mit Biscoff und frischen Beeren – ein ebenso kreativer wie genussvoller Ausklang eines abwechslungsreichen Segeltages.

19. Juli 2026

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