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Tag 6:
Von Harlingen nach Medemblik

 

Mit kräftigem Rückenwind ging es am vorletzten Tag zurück aufs IJsselmeer. Eine entspannte Segeletappe, ein beeindruckendes Hafenmanöver und der traditionelle Abschlussabend machten diesen Tag zu einem würdigen Finale der gemeinsamen Woche.

Nach den erlebnisreichen Tagen auf dem Wattenmeer stand am Donnerstag eine vergleichsweise entspannte Etappe auf dem Programm. Der kräftige Nordwestwind versprach ideale Bedingungen für den Kurs zurück aufs IJsselmeer. So konnte die Iselmar ihr Tagesziel Medemblik nahezu auf direktem Weg ansteuern.

Rückenwind Richtung Süden

Gegen 9.30 Uhr wurden im Hafen von Harlingen die Leinen gelöst. Noch während die Iselmar den Innenhafen verließ und die beiden Brücken in Richtung Außenhafen passierte, bereitete die Besatzung bereits das nächste Manöver vor. Kaum war genügend Platz vorhanden, wurden die Segel gesetzt und das Schiff nahm mit frischem Wind Kurs Richtung Süden.

Vor der Schleuse bei Kornwerderzand hieß es dann wie gewohnt: Segel bergen, auf die Schleusung warten und anschließend sofort wieder setzen. Inzwischen liefen diese Abläufe beinahe wie von selbst. Jeder wusste, an welcher Leine er gebraucht wurde, sodass die Manöver routiniert und zügig abliefen.

Zurück aufs IJsselmeer

Nach der Schleuse öffnete sich erneut das weite IJsselmeer. Mit dem Wind im Rücken segelte die Iselmar nahezu auf direktem Kurs nach Südwesten. Die ruhigen Bedingungen luden dazu ein, den Nachmittag an Deck zu genießen, die Landschaft vorbeiziehen zu lassen oder einfach die letzten gemeinsamen Segelstunden der Woche auszukosten.

Medemblik ist die älteste Stadt Westfrieslands und blickt auf eine lange maritime Geschichte zurück. Der historische Stadtkern mit seinen Grachten, kleinen Gassen und gemütlichen Cafés verleiht dem Ort seinen besonderen Charme. Wahrzeichen der Stadt ist das Kastell Radboud, das seit dem 13. Jahrhundert direkt am IJsselmeer über den Hafen wacht.

Segeln bis an den Liegeplatz

In Medemblik wartete noch ein besonderer Höhepunkt auf die Besatzung. Skipper Koen nutzte die Erfahrung der inzwischen bestens eingespielten Crew und ließ die Iselmar bis in den Hafen unter Segeln fahren. Erst nach der Einfahrt wurden die Segel geborgen – ein anspruchsvolles Manöver, das viel Konzentration und gutes Zusammenspiel erforderte.

Anschließend folgte die wohl kniffligste Passage des Tages. Durch eine schmale Brücke ging es unter Motor in den ruhigen Innenhafen. Rechts und links blieben teilweise kaum mehr als 30 Zentimeter Platz zwischen Schiff und Brückenpfeilern. Entsprechend gespannt verfolgte die Besatzung das präzise Manöver. Mit ruhiger Hand steuerte Skipper Koen die Iselmar millimetergenau durch die enge Durchfahrt und legte wenig später direkt neben einem kleinen Park an.

Bereits gegen 14 Uhr war dieses Tagesziel erreicht. So blieb ausreichend Zeit, Medemblik in aller Ruhe zu erkunden, durch die historische Altstadt zu schlendern, am Hafen ein Eis zu genießen oder einfach die letzten gemeinsamen Stunden an Land auszukosten.

Endlich Pudding, kein Joghurt

Den kulinarischen Auftakt des Abends bildete ein sommerliches Drei-Gänge-Menü. Serviert wurde zunächst Tomate-Mozzarella auf einem feinen Zucchinibett. Es folgte eine cremige Tagliatelle mit Lachs-Spinat-Sahne-Soße. Für die vegetarische Variante ersetzte eine aromatisch gewürzte Karotte den Lachs.

Den süßen Abschluss bildete ein klassischer Schokopudding mit fruchtiger Erdbeersauce und einer Haube aus Sahne.

Ein würdiger Abschluss

Im Anschluss versammelte sich die Besatzung zum traditionellen Abschlussabend. Eine Fotopräsentation ließ die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren – von den ersten Seemeilen auf dem IJsselmeer über das Trockenfallen im Wattenmeer bis zu den Ausflügen auf Terschelling. Viele Bilder sorgten für herzhaftes Lachen, andere erinnerten an besondere gemeinsame Momente.

Natürlich durften auch die Auszeichnungen nicht fehlen. Zur besten Kochgruppe wurde das Team des Donnerstagabends mit Marianne, Jana-Maria, Marcel und Felix gewählt. Den Titel „Rookie of the Year“ erhielt Enie. Als beste Matrosin wurde Marianne ausgezeichnet, während Andreas zum besten Matrosen gewählt wurde.

Bei Getränken, Gesellschaftsspielen und vielen Gesprächen ließen die Jugendlichen den Abend gemütlich ausklingen. Später stärkten sich einige sogar noch mit den letzten Resten der Tagliatelle, bevor es schließlich ein letztes Mal in die Kojen an Bord der Iselmar ging.

24. Juli 2026

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